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Wiener Gründerzeitviertel sind im Mietrecht diskriminiert

Die Datengrundlage für die Gründerzeitviertelregelung stammt aus den frühen 70er Jahren, benachteiligt viele Wiener Wohngebiete und verhindert Investitionen in neuen Wohnraum

Die Schaffung neuen Wohnraumes ist in Wien der einzige Weg um auch langfristig leistbares Wohnen garantieren zu können. In den großen Bereichen der Wiener Gründerzeitviertel entlang des Gürtels in den Bezirken 15 bis 18, aber auch im 3., 5., 10., 12., 20. und 21. Bezirk kann bei einer Vermietung im Gegensatz zu allen anderen Wiener Wohngebieten seit Jahrzehnten kein Lagezuschlag auf den Richtwert eingehoben werde. Dies führt dazu, dass hier Mittel für Investitionen fehlen um dringend benötigten neuen Wohnraum zu schaffen. Die Fachgruppe der Wiener Immobilientreuhänder fordert daher die Auflösung dieser Diskriminierung in einem neuen Mietrecht.
Michael Pisecky, Wiener Fachgruppenobmann der Immobilientreuhänder:
"Die Festlegung der Wiener Gründerzeitviertel geht auf die frühen 70er Jahre des letzten Jahrhunderts zurück. Zu dieser Zeit waren noch über 50 % der Wohnungen in diesen Gebieten Substandardwohnungen. Viele Bereiche der Gründerzeitviertel sind seitdem längst Trendwohngebiete geworden wie z.B. die Gegend um den Brunnenmarkt oder Westbahnhof. Eine Abschaffung dieser diskriminierenden Regelung ist überfällig. Ein neues Mietrecht muss Schluss machen mit dieser willkürlichen Benachteiligung aus längst vergangenen Tagen."
Gründerzeitviertel haben gegenüber den anderen Wohngebieten längst in ihrer Wohnqualität aufgeholt, sie teilweise sogar überholt. Zusätzlich haben diese den Vorteil einer guten Anbindung an den öffentlichen Verkehr, eine funktionierende Nahversorgung, Schulen und Kindergärten sind in der Nähe und es herrscht eine kleinräumige Durchmischung der Wohngebiete mit Arbeitsstätten. Die Wohnqualität in den Gründerzeitvierteln ist daher oftmals höher als in anderen Wiener Bezirken.
Pisecky: "Die Wiener Gründerzeithäuser prägen das Stadtbild. Rund eine halbe Million Wiener leben in diesen historischen Gebäuden. Aufgrund des Alters und der hohen Kosten für Sanierung und Erhaltung der Gebäude ist eine Vermietung vielfach überhaupt erst inklusive eines Lagezuschlages wirtschaftlich. Wien kann aufgrund der prognostizierten hohen Zuwanderungsraten auf diese Flächen nicht verzichten. Die Ungleichbehandlung der Gründerzeitviertel im Mietrecht gegenüber anderer Wohngebiete muss daher rasch beseitigt werden."

12 Aug