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Schluss mit Hetze gegen privaten Immobilienmarkt

Wiener Immobilientreuhänder: Vergleich mit staatlich finanzierten Wohnungen hinkt an allen Ecken und Enden

Wien (OTS) - Wenn Mieten am privaten Immobilienmarkt in einem Fünfjahresvergleich nur um 0,3 Prozent jährlich über dem Durchschnitt liegen, ist das sehr wenig. Selbst im direkten Vergleich mit Gemeindewohnungen, die ausschließlich mit Steuergeldern finanziert werden, liegt die Preissteigerung der Privaten nicht einmal um 1 Prozent höher. Michael Pisecky, Fachgruppenobmann der Immobilientreuhänder in der Wiener Wirtschaftskammer: „Der private Immobilienmarkt muss nach wirtschaftlichen Kriterien agieren, sonst werden keine Wohnungen vermietet bzw. keine neuen mehr errichtet. Private kommen komplett ohne Förderungen aus. Alleine die steuerlichen Nachteile der Immobilienbranche, die in den vergangenen Jahren mit enormen Belastungen konfrontiert worden ist, machen ein Vielfaches der Mietsteigerung aus. Das wird in den Statistiken nie berücksichtigt. Ein Vergleich hinkt daher an allen Ecken und Enden und gleicht langsam einer Hetze gegen den privaten Immobilienmarkt. Dabei sind gerade einkommensschwache Menschen und Zuwanderer auf private Hauptmietwohnungen angewiesen. Der Staat - allen voran die Gemeinde Wien - lässt hingegen zigtausende Sozialwohnungen entweder ungenutzt oder hält sie für Menschen parat, die diese Wohnungen gar nicht benötigen.“

Zwtl.: Mieten weit weniger gestiegen als die Preise für Eigentum

Der von der Statistik Austria dargestellt Zeitraum ist geprägt von niedrigen Zinsen, der Wirtschaftskrise und einem Vertrauensverlust in den Euro. In den vergangenen fünf Jahren sind die Immobilienpreise in Österreich um rd. 35 Prozent gestiegen. In Wien sogar um rd. 50 Prozent. Pisecky: „Die Menschen haben versucht ihr Erspartes in Immobilien abzusichern. Da der Neubau zu gering war, sind Wohnungen - vorrangig in den Ballungszentren - zur Mangelware geworden. Das hat den Preis für Eigentum stark erhöht. Wenn die Mieten im selben Zeitraum aber lediglich um 15 Prozent steigen, dann erkennt man, dass der Markt funktioniert.“ Zusätzlich hat die Immobilienwirtschaft auf den erhöhten Bedarf nach kleineren Wohnungen reagiert. Die Kosten pro Quadratmeter sind dabei schon aus baulichen Gründen höher als bei größeren Wohnungen. Ein weiterer Aspekt sind die laufenden Gebührenerhöhungen. Pisecky: „Im Vergleichszeitraum sind die Wassergebühren in Wien um fast 40 Prozent angehoben worden. Das erhöht natürlich auch die Betriebskosten und damit die Gesamtmieten.“

10 Jun