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Wiener Makler starten Info-Kampagne für Wohnungssuchende

Wiener Maklerbranche startet Informationskampagne „Wiener Mieterpaket Plus“ und „Wiener Käuferpaket Plus“ für Mieter und Käufer.

Über 200.000 Menschen werden sich im Jahr 2017 alleine in Wien auf die Suche nach einer Wohnung bzw. Immobilie machen. Die meisten davon haben kaum Erfahrungen mit Immobilienkauf bzw. -miete. Unter dem Titel: „Wiener Mieterpaket Plus“ und „Wiener Käuferpaket Plus“ startet die Fachgruppe der Immobilien-und Vermögenstreuhänder in der Wiener Wirtschaftskammer eine Informationskampagne. Maklerbetriebe verpflichten sich dabei, Wohnungssuchende aktiv über die gesetzlich vorgeschriebenen Maklerleistungen zu informieren. Fachgruppenobmann KR Michael Pisecky: „Mit der Kampagne wollen wir auch den Falschmeldungen durch Politik und diverse Organisationen entgegenwirken, die Maklerleistungen negieren und gegen die gesamte Branche Stimmung machen. Der Makler hat eine zentrale Konsumentenschutzfunktion, damit der Kunde umfassend informiert wird und vollständige Unterlagen erhält. Eine aus rund 40 Punkten bestehende Checkliste soll Wohnungsuchende unterstützen und informieren, welche Leistungen er vom Makler erwarten kann. “
Makler sind per Gesetz zu optimaler Dienstleistung verpflichtet
Im Zuge der Informationskampagne erhält der Konsument beim ersten Zusammentreffen mit dem Makler eine spezielle Informationsbroschüre der Wirtschaftskammer mit dem Firmennamen und Kontaktdaten des teilnehmenden Maklers. Die Broschüre enthält eine ausführliche Checkliste mit allen Leistungen, zu deren Erbringung der Makler verpflichtet ist. Diese reichen von der Übergabe des Wohnungsplans, Informationen zur Ausstattung der Immobilie, Details zum Mietvertrag bis zur Begleitung und Hilfestellung bei der Vertragsunterzeichnung, sowie die Übergabe mit Protokoll. Gleichzeitig enthält die Broschüre auch jene Punkte, die vor einem Kauf- bzw. Mietvertragsabschluss an den Makler auszuhändigen sind.
Pisecky: „Vielen Menschen ist im Internetzeitalter nicht bewusst, dass es die Makler sind, die auf eigene Kosten laufend Millionen von Unterlagen und Fotos zusammentragen und online stellen, damit Wohnungssuchende aus dem gesamten Immobilienangebot auswählen können. Falschmeldungen aus der Politik verunsichern die Menschen zusätzlich. In den nächsten Wochen und Monaten wollen wir so viele Unternehmen wie möglich zum Mitmachen animieren, sodass die Wohnungssuchenden auf breiter Front informiert werden.“

Breite Öffentlichkeit soll informiert werden
Gestartet wird die Kampagne mit 10 Maklerunternehmen, die bereits bei der Konzeption der Broschüre mitgearbeitet haben. Wir erwarten die Teilnahme von 40-50 Maklerunternehmen, sodass wir fast alle Wohnungssuchenden in Wien erreichen werden. Gleichzeitig wird auf allen Ebenen die Öffentlichkeit informiert, sodass langfristig die Leistungen allgemein bekannt sind und deren Erbringung zur Selbstverständlichkeit wird.
Pisecky: „Wir übernehmen damit eine Vorreiterrolle für die Branche. Mit der Kampagne wollen wir den Informationsgrad der Bevölkerung und der Meinungsbildner massiv erhöhen. Mittelfristig erwarten wir uns, dass die Wohnungssuchenden diese Leistungen auch bei Maklern, die bei der Kampagne nicht mitmachen, einfordern. Wer die Leistungen der Makler kennt, hat auch Verständnis für die Maklerprovision.“
Makler arbeiten überwiegend für die Wohnungssuchenden
Seit Jahren sind Immobilienmakler mit dem Vorurteil konfrontiert, dass sie nur für die Vermieter arbeiten. Ein Faktencheck ergibt jedoch genau ein gegenteiliges Bild. Sowohl bei der anfallenden Arbeitszeit, als auch bei den erbrachten Leistungen zeigt sich deutlich, dass Makler zu überwiegendem Teil für die Wohnungssuchenden tätig sind.
Pisecky: „Zusätzlich wollen wir mit dem „Wiener Mieterpaket Plus“ und dem „Wiener Käuferpaket Plus“ ein für alle Mal mit dem Märchen aufräumen, dass Makler nur für die Vermieter bzw. Verkäufer arbeiten. Im Normalfall hat ein Makler im Zuge eines Vermittlungsverfahrens zwei bis dreimal Kontakt mit dem Vermieter - meist sogar nur telefonisch bzw. per E-Mail. Die restlichen Leistungen, beginnend mit der Zusammenstellung der Unterlagen, über die Besichtigungstermine, bis zum endgültigen Vertragsabschluss bzw. den anschließenden Beratungen des Mieters kommen ausschließlich den potentiellen Mietern zugute. Insgesamt erbringt ein Makler also seine Leistungen überwiegend für die künftigen Mieter.“
Maklerprovision ist Teil des Angebots und der Preisregelung
In der Diskussion um die Maklerprovision wird oft verkürzt oder sogar falsch argumentiert. Kritiker behaupten, dass Makler nur im Auftrag der Vermieter arbeiten und fordern dabei die Abschaffung der Maklerprovision für Mieter, wodurch Wohnen billiger werden soll.
Pisecky: „Die Kosten der Vermittlung durch einen Makler sind Vermarktungskosten, die entweder extra in Rechnung gestellt oder eingepreist werden. In anderen Bereichen wie z.B. bei Finanzdienstleistungen sieht es der Gesetzgeber als wesentliche Pflicht die Kosten bzw. Gebühren so transparent wie möglich gegenüber dem Konsumenten darzustellen. Bei Wohnungen den gegenteiligen Weg zu gehen und die Vermittlungskosten zu verbergen kann nicht im Sinne des Gesetzgebers sein. Selbst bei geförderten Mietwohnungen und Gemeindewohnungen fallen Vermarktungskosten an, die übernommen werden müssen. Diese werden eingepreist und von der Allgemeinheit getragen, wobei damit die Transparenz verloren geht.“


Nur Rosinen herauspicken funktioniert nicht
Wien hat einen sehr hohen Anteil an preisgeregelten Mietwohnungen, deren Miethöhe mit den Erhaltungspflichten, dem Betriebskostenkatalog etc. in einem Verhältnis stehen. Eine Überwälzung der Vermittlungskosten ausschließlich auf den Vermieter würde eine massive Veränderung dieses Verhältnisses bedeuten.
Immer wieder wird von Gegnern der Maklerprovision auf das Beispiel Deutschland verweisen, wo das Bestellerprinzip eingeführt wurde und jener für die Maklerkosten aufzukommen hat, der den Makler beauftragt. Pisecky: „In Deutschland gibt es jedoch einen freien Mietzins. Wer in Österreich für dieses Bestellerprinzip eintritt muss im gleichen Atemzug für eine Freigabe des Mietzinses eintreten. Nur Rosinen herauspicken funktioniert nicht.“
Abschließend richtet Michael Pisecky einen Appell an die Wohnungssuchenden: „Nicht jeder, der eine Wohnung anbietet, ist tatsächlich ein Makler. Im Ernstfall haftet aber nur ein ‚echter‘ Makler. Daher sollten die Konsumenten besonders gut informiert sein und beim Erstkontakt mit dem Makler nach dessen Immobiliencard fragen. Dann kann er sich sicher sein, dass er es mit einem Profi zu tun hat.“

9 Mar