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Kein AK-Wahlkampf auf dem Rücken der Immobilienmakler

Utl: Einseitige Maklerprovisionen würden ganze Berufsgruppe gefährden und Mieterrechte auf der Strecke bleiben

Anlässlich der heutigen IMMY-Award Verleihung, bei der die besten Makler Wiens ausgezeichnet werden, spricht sich Michael Pisecky, Obmann der Fachgruppe Wien der Immobilientreuhänder in der Wirtschaftskammer, entschieden gegen eine einseitige Verschiebung der Maklerprovision auf Vermieterseite aus: „Makler bringen Wohnungsvermieter- und Suchende zusammen. Einseitige Maklergebühren stellen eine zusätzliche Belastung der Vermieter dar und bergen die Gefahr, dass diese selbst die Vermittlung übernehmen. Das würde die ganze Berufsgruppe der Immobilienmakler massiv gefährden. Gleichzeitig würden seit Jahrzehnten aufgebauten Mieter-Rechte, die ausschließlich durch die Leistungen der Makler entstehen, auf der Strecke bleiben. Der aktuelle AK-Wahlkampf darf nicht auf dem Rücken der Immobilienmakler und Mieter ausgetragen werden!“

Immobilienmakler leisten einen wichtigen Beitrag sowohl für Mieter als auch Vermieter. Die Maklerprovision ist eine Gebühr, die Leistungen des Maklers gegenüber Vermieter und Mieter abdeckt und somit Neutralität der Interessen garantiert. Für den Mieter bedeutet dies beispielsweise eine Form der Rechtssicherheit, die gleichzeitig gewährleistet, dass der Mieter ein gleichberechtigter Vertragspartner ist. Gerade in Zeiten, wo sich der Vermieter aussuchen kann, wen er in seiner Immobilie wohnen lässt, ist eine starke Position als zukünftiger Mieter unumgänglich.

Michael Pisecky: “Sollte die Maklerprovision auf den Vermieter übergewälzt werden, würden die Makler unweigerlich zu Vertrauten des Vermieters werden. In vielen Fällen würden Vermieter sogar fixe Mitarbeiter anstellen, da ein externer Makler für Unternehmen mit mehreren Mietobjekten teurer wäre als ein Fixangestellter. Diese Personen würden dann natürlich ausschließlich im Sinne der Vermieter denken und handeln. Mieter hätten dadurch künftig einen entscheidenden Nachteil und würden zu zweitklassigen Bittstellern werden, denn nur geprüfte Immobilien Makler haben die bestehenden umfangreichen gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen!“

Maklerleistungen für den Wohnungssuchenden werden unterschätzt

Beim Immobilienkauf prallen die unterschiedlichen Interessen von Vermieter und Mieter bzw. Käufer und Verkäufer aufeinander. Damit beide Parteien nach Abschluss des Geschäftes zufrieden sind ist es wichtig sich unabhängiger Profis zu bedienen. Makler stellen nicht nur die Fakten zur Immobilie auf den diversen Plattformen online und führen die zahlreichen Besichtigungen der Immobilie mit potentiellen Mietern bzw. Käufern durch, sondern bieten umfangreiche Beratung, einen möglichst reibungslosen und raschen Ablauf von der Erstbesichtigung bis zur Schlüsselübergabe.

Makler erstellen ausführliche Beschreibungen der Immobilien mit allen entscheidungsrelevanten Fakten und die Mietangebote. Anschließend begleiten sie den künftigen Mieter fachlich und rechtlich beim Mietvertrag. Ebenso regeln geprüfte Makler die Wohnungsübergabe und klären die Mieter nach Konsumentenschutzgesetz § 30b auf. Zusätzlich werden Energieausweise, Elektrobefunde etc. übergeben. Es werden aber auch Grundbuchauszüge oder Baubescheide organisiert. Zudem machen die Makler potentielle Interessenten auf Besonderheiten der Immobilie aufmerksam und stehen auch während des Entscheidungsprozesses laufend für offene Fragen zur Verfügung. Die Immobiliencard garantiert Miet-Interessenten, dass sie einen gut ausgebildeten Fachmann mit Gewerbeberechtigung als Ansprechpartner zur Verfügung haben.

Auftragsprovision würde das Wohnungsangebot reduzieren

Eine mögliche Neuregelung, bei der nur noch der Vermieter die Provision an den Makler bezahlt, würde zusätzlich das Wohnungsangebot reduzieren. Viele Zinshausbesitzer würden, um Kosten zu sparen, ihre freien Immobilien selbst vermarkten und dabei im Verwandten- und Bekanntenkreis ihre Suche mach Mietern beginnen. Eine große Menge an Wohnungen würde so niemals den Markt erreichen. Pisecky: „Durch das derzeit schon so knappe Wohnungsangebot würde man mittelfristig nur noch eine leistbare private Mietwohnung bekommen, wenn man den Vermieter schon vorher kennt. Die AK Forderung, nach der ausschließlich der Vermieter die Maklerprovision zu bezahlen hat, würde Mieter vielleicht die Einmalzahlung der Provision ersparen, aber mittelfristig Wohnen durch eine weitere Wohnraumverknappung teurer machen!“

29 Jan